Aromen werden dann als natürlich bezeichnet, wenn sie aus einem pflanzlichen, tierischen oder mikrobiologischen Ausgangsstoff gewonnen wurden. Festgelegt sind diese Vorgaben in der EG Aromenverordnung, damit Verbraucher sich umfassend informieren können.

Ein natürliches Aroma kann entweder aus einem einzelnen konkreten Aromastoff bestehen oder aus einem komplexeren Gemisch mehrerer Aromastoffe zusammengesetzt sein, deren Zusammenspiel die Authentizität des Aromas prägt. So beinhaltet das natürliche Aroma der Himbeere einen prägnanten Stoff, das Himbeerketon, welches den typischen Charakter der Frucht ausmacht. Beim Butteraroma spielen hingegen mehrere Stoffe zusammen und erzeugen erst in ihrer Kombination den authentischen Geschmack.

Wo und warum werden natürliche Aromen eingesetzt?

Natürliche Aromen können als Lebensmittelzusatzstoffe eingesetzt werden. Hersteller nutzen sie, um verarbeitete Lebensmittel wie etwa Fruchtjoghurt geschmacklich intensiver zu gestalten. Das hat zwei Gründe: zum einen ist die Nachfrage nach einigen Geschmacksrichtungen so hoch, dass es entweder nicht rentabel oder aber schlichtweg nicht möglich wäre, sie rein durch den Gebrauch der “echten” Ausgangsstoffen zu decken.

Konkret gesagt lassen sich also einfach nicht genug Himbeeren anpflanzen, um dem Bedarf an Himbeer-Fruchtjoghurt, Himbeereis, Himbeermarmelade etc. gerecht zu werden. Anstatt das Angebot also drastisch zu verringern oder diese Lebensmittel so hochpreisig anzubieten, dass sie nur noch für eine kleine Minderheit der Verbraucher erschwinglich wären, behilft man sich zur Unterstützung und Abrundung des Geschmacks mit natürlichen Aromen, in diesem Fall Himbeeraroma.

Zum anderen verlieren sich Teile des fruchteigenen Aromas anwendungsbedingt durch die weitere Verarbeitung. So baut etwa die Milchsäure in Joghurts das natürliche Aroma der enthaltenen Früchte mit der Zeit ab. Mit Lebensmittelaromen, die um ein Vielfaches höher konzentriert sind als der Anteil natürlicher Aromastoffe im Obst, kann man folglich auch die Geschmacksintensität eines Produkts wie Fruchtjoghurt aufrechterhalten. So ist gewährleistet, dass das Produkt stets den festgelegten Qualitäts- und Geschmacksansprüchen entspricht.

Wann immer Aromen in einem Lebensmittel verwendet werden, müssen sie eindeutig gekennzeichnet und in der Zutatenliste aufgelistet sein. Bei unverarbeiteten Lebensmitteln ist der Zusatz von Aromen hingegen verboten.

Wie wird natürliches Aroma gewonnen?

Um natürliches Aroma zu gewinnen, kommen verschiedene Verfahren zum Einsatz. Die gängigste und zugleich geschmacklich authentischste Variante ist die Extraktion. Dabei geben natürliche Ausgangsstoffe ihr Aroma an eine Flüssigkeit, in der sie eingelegt sind, ab.

Dieser Art der Herstellung ist jedoch nicht immer realisierbar: Häufig besteht eine Diskrepanz zwischen der Verfügbarkeit der natürlichen Ausgangsstoffe und dem Bedarf an entsprechenden Aromen. Um die hohe Nachfrage für bestimmte Lebensmittelzutaten zu decken, behilft man sich anderer Techniken zur Gewinnung natürlicher Aromastoffe. Dazu gehören die Destillation und die Fermentation.

Das Destillieren wird genutzt, um komplexere Aromaprofile in einzelne Aromastoffe aufzuspalten. So kann beispielsweise aus einem Zedernholzextrakt speziell der Aromabestandteile herausgelöst werden, der auch in der Himbeere steckt und für ihren authentischen Geschmack verantwortlich ist. Bezeichnet wird dies als “natürliches Aroma Himbeere”.

Einen ähnlichen Hintergrund hat die Fermentation: Hierbei erzeugen Mikroorganismen wie Hefen, Pilze oder Enzyme durch Stoffwechselprozesse spezielle Aromastoffe, die etwa nach Pfirsich, Nuss oder Kokos schmecken. Stark vereinfacht gesagt “bauen” die Organismen die chemische Struktur der gewünschten Aromastoffe, wie sie auch in der Natur vorkommen, nach. Der so produzierte Aromabestandteil wird anschließend herausgefiltert und gereinigt und gilt ebenso als natürliches Aroma.

Anders als Aromaextrakte schonen so gewonnene natürliche Aromastoffe wertvolle Nahrungsmittelressourcen und sind zudem oft kostengünstiger. Nur so kann die weltweite Nachfrage nach manchen Aromen überhaupt erst gedeckt werden. Weitere Details zu den einzelnen Verfahren zur Herstellung von Aromen können Sie auf unserer Infoseite nachlesen.

Wie wird natürliches Aroma gekennzeichnet?

Wer sich genauer mit den Inhaltsstoffen von Fertigprodukten befasst, stößt auf unterschiedliche Versionen der Kennzeichnung von Aromen. So sind etwa für die Eigenschaft, dass etwas nach Vanille schmeckt, folgende Bezeichnungen in der Aromenindustrie gängig: natürliches Vanillearoma, natürliches Aroma Vanille, Vanilleextrakt und Vanillin. In der EG Aromenverordnung ist genau festgelegt, was die Angaben bezeichnen.

Natürliches Vanillearoma

Bei dieser Angabe muss das Aroma zu mindestens 95 Prozent aus echter Vanille stammen. Die restlichen 5% dürfen aus anderen Ausgangsstoffen stammen, die aber ebenfalls natürlich sein müssen. Stammen hingegen weniger als 95 Prozent des Aromas aus echter Vanilleschote, lautet die vorgeschriebene Kennzeichnung “natürliches Vanillearoma mit anderen natürlichen Aromen”.

Vanilleextrakt

Ähnlich wie beim natürlichen Vanillearoma belegt die Kennzeichnung “Vanilleextrakt”, dass echte Vanilleschoten zur Herstellung verwendet wurden. Diese werden in einem Lösungsmittel, etwa Alkohol oder Wasser, eingelegt und geben ihr natürliches Aroma an dieses ab. Anschließend werden die Ausgangsstoffe wieder aus dem Aromaextrakt herausgefiltert.

Vanillin

“Vanillin” heißt der Aromastoff, der den typischen Charakter der Vanille maßgeblich prägt. Durch ihn erhält das Gewürz seine Authentizität. Vanillin kommt in echten Vanilleschoten, aber auch in anderen Ausgangsstoffen wie etwa Reis vor. Ebenso kann seine Struktur auch synthetisch nachgebildet werden, um Vanillearoma herzustellen.

Vanillearoma

Ohne jeglichen weiteren Zusatz besagt diese Angabe, dass das Vanillearoma synthetisch hergestellt wurde. Die frühere weitere Untergliederung in “naturidentische” und “künstliche” Aromen wurde mittlerweile, Stand 2017, in der EG Aromenverordnung abgeschafft. Naturidentisch bezog sich zuvor auf synthethisch hergestellte Aromen, deren Struktur jedoch in der Natur vorkommenden Aromastoffen nachgebildet wurde. Künstliche Aromen benannten hingegen Zusammensetzungen, die es so in der Natur gar nicht gibt und von einem Lebensmittelchemiker entworfen wurden. Letztere werden heute nur noch in Ausnahmefällen verwendet.

Natürliches Aroma Vanille

Bei dieser Kennzeichnung muss das Aroma nach wie vor aus natürlichen Ursprungsstoffen gewonnen worden sein. Dabei muss es sich jedoch nicht zwangsläufig um Vanilleschoten handeln. Eine andere natürliche Basis, in der der für die Vanille typische Aromastoff Vanillin auch vorkommt, ist etwa Reiskleie. Da die Angabe “natürliches Reisaroma” jedoch nicht den vom Verbraucher wahrgenommenem Vanillegeschmack wiedergeben würde, kommt stattdessen die Kennzeichnung “natürliches Aroma Vanille” zum Einsatz.

Natürliche Aromen bei Pure Flavour

Soweit dies möglich ist, verwenden wir bei Pure Flavour selbstverständlich natürliche Aromen für unsere Produkte. Unter “Zusatzinformation” können Sie bei jedem einzelnen Aroma detailliert nachlesen, ob es sich um ein natürliches Aroma handelt oder nicht. Ebenso finden Sie hier genaue Informationen zu den Aromabestandteilen, etwa ob es sich, wie beispielsweise beim Ingwer, um Aromaextrakte oder handelt.

Welchen Vorteil haben Aromen?

Mit den Pure Flavour Lebensmittelaromen haben Sie die Möglichkeit, bestimmten Gerichten mehr Geschmack zu verleihen. Mithilfe von Aromen können Sie mit Leichtigkeit Neues ausprobieren, erfinderisch werden und verschiedene Geschmacksrichtungen kombinieren. Sie bekommen aber auch die Gelegenheit, Lebensmittel, die Sie ernährungsbedingt nicht mehr verzehren können oder dürfen, wieder zu genießen.

So sind Lebensmittelaromen bei Diabetes zum Beispiel eine gute Möglichkeit, wieder mehr Geschmack zu erleben zu können ohne dabei Angst um ein Zuviel an Zucker haben zu müssen. Aber auch für Sportler, Ernährungsbewusste, auf Zucker Verzichtende und Experimentierfreudige sind Aromen ideal. Denn bei Pure Flavour können Sie selbst entscheiden, womit und in welcher Intensität Sie Ihre Lebensmittel süßen möchten.